Habe gestern mal im Redaktionsverteiler der Piraten folgendes vorgeschlagen:
[...] Ich lese auch erst seit 2 Wochen mit. Und ich bin auch kein Mitglied sondern „nur“ Unterstützerin im Sinne von bloggen, in Gesprächen überzeugen, twittern und Obdach bieten beim Parteitag in HH
Ich bin Pressesprecherin bei einem Hamburger Broker, und mache das jetzt auch schon 1,5 Jahre.
Mein Eindruck ist auch, dass es etwas unkoordiniert und ohne eine wirklich ganzheitliche Struktur abläuft.
Mein Vorschlag (Tipp): die Leute, die ihr habt, die sich mit dem Thema Öffentlichkeitsarbeit aus der Praxis auskennen sollten sich flugs und kurzfristig zusammensetzen und eine Strategie erarbeiten. (zeitnah, innerhalb der nächsten Tage)
Diese kann dann einen Agendaplan vorsehen (Ziele, mit was wollt ihr wo wann vertreten sein) und langfristig bis zur Bundestagswahl ausgelegt sein.
Dazu gehört auch, Schwachstellen und Angriffspunkte aufzunehmen (und dabei ehrlich zu sich zu sein und über den Tellerrand zu schauen) und diese a) auszumerzen b) schon mal Argumente zu finden, warum das so ist und dann entweder etwas in der Schublade zu haben, wenn es hochkocht (so wie jetzt mit BT) oder am allerbesten (und das ist dann die Kür) proaktiv zu kommunizieren.
Dann muss man sich auch klarmachen, dass z.B. eine Zwischenstandsmeldung von der Unterschriftenliste eines Landesverbandes vermutlich ein Medium wie die Zeit nicht wirklich interessiert. Dies kann aber durchaus regional interessant sein. Es braucht also auch Redaktionsverteiler je nach Thema.
Ihr solltet dann ein Team auf Bundesebene von max. 3-5 Leuten haben, die a) die „großen“ PMs lancieren und die Stellungnahmen und die Interviewtermine koordinieren und im Blick haben und b) Ansprechpartner für die Pressemenschen der Landesverbände sind.
Für Zwischenstandsmeldungen und andere „Standards“ kann man auch Texte vorformulieren, dann kommt es nicht immer wieder auf den Tisch und muss abgestimmt werden.
Das Presseteam auf Bundesebene stellt dann eine PM kurz vor Veröffentlichung gern nochmal zur Diskussion, wenn dies gewünscht ist, aber länger als 3-4h sollte man sich damit auch keine Zeit lassen. Und ich denke, wenn die Agenda abgesegnet ist, dann kann man die dazugehörige PM aus dem abgesegneten MEdiaplan auch ohne vorherige Abstimmung versenden.
Spart Euch Arbeit und lichtet ein bißchen das Chaos.
Weitere Tipps, die mir aufgefallen sind:
1. Man sollte nicht immer sofort eine Gegendarstellung fordern sondern den Dialog suchen. Ihr wollt ja mit den Journalisten zusammenarbeiten und nicht gegen sie. Mit den meisten Printmedien erreicht man eben noch einmal mehr als nur in unserer Onlinewelt. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass das eher funktioniert (in höflichem Ton und mit einem Telefon oder persönlichen Gespräch) und man dann auch schon eine/n Kontaktmann/-frau hat, wenn man ihn/sie braucht.
2. Kommunikation mit der Presse muss zwingend emotionsbefreit sein. Man kann mit den klassischen Menschen nicht kommunizieren wie in einer Community. Subtext und zwischen den Zeilen und Zynismus funktionieren sehr schlecht – schmerzlich erfahren

)
3. Keine Polemik, reine Fakten. Das hebt die Diskussion auf eine sachliche Ebene und man wird einfach bedeutend ernster genommen.
Nur ein paar Ideen – nicht als Angriff gemeint. Ich hab diese Fehler nur schon gemacht, müssen andere sie ja nicht auch noch machen. Wie gesagt, ich bin ja auch kein Mitglied und sende das mal als Tipp. Bei Fragen kommt gern auf mich zu.